Digitalisierung war gestern. In einer Kultur der Digitalität, die das gesamte Leben durchdringt, versucht Kirche oft noch, analoge Angebote lediglich in „Bits und Bytes“ zu übersetzen. Dabei stellt die digitale Transformation grundlegende Fragen an die Substanz ihrer Verfasstheit.
In diesem ökumenischen Symposium zum Buß- und Bettag 2026 möchten wir gemeinsam mit allen Interessierten das spannungsreiche Verhältnis zwischen Religion, Kirche und der Logik sozialer Netzwerke beleuchten.
- Autorität oder Authentizität: Wie agieren Christfluencer zwischen Lifestyle-Themen und Glaubenszeugnis, zwischen Fast-Content und notwendiger theologischer Tiefe?
- Institution oder Netzwerk: Wie lässt sich eine territorial-hierarchische Institution in fluide, netzstrukturell organisierte Gemeinschaften hineindenken? Schlägt der Netzwerker die Hierarchie?
- Monologische Kanzelpredigt oder partizipativer Dialog: Sollte die Institution Kirche die Kontrolle über ihre Botschaft an ‘Produser’ abgeben, um in einer digitalen Kultur überhaupt noch anschlussfähig zu sein?
- Sakraler Raum oder Push-Benachrichtigung: Verflacht der Glaube zu oberflächlichem und schnellem Konsum oder ist das Smartphone der legitime Kanzelersatz für eine mobile und entgrenzte Gesellschaft?
- Realpräsenz oder Digitalpräsenz: Kann eine digitale Eucharistie, ein digitales Abendmahl am Bildschirm wirklich ein wirksames ‚Heilszeichen‘ sein, oder verliert das Sakrament ohne die analoge Einheit von Raum, Zeit und Materie seinen Kern?
Begleiten Sie uns auf eine theologische Entdeckungsreise, um die Ambivalenzen zwischen digitalem Empowerment und der Gefahr von Echokammern zu ergründen, zwischen neuer Sichtbarkeit und lehramtlicher Tradition.