Wo kämen wir eigentlich hin, wenn jeder nur das machen würde, was er möchte? Wenn jeder sich nicht an seine Zu- oder Absagen halten würde, sondern seine Meinung änderte wie ein Fähnchen im Wind? Wenn auf niemanden mehr Verlass wäre …
In seinem Gleichnis verweist Jesus darauf, dass Gott eine späte Einsicht lieber ist als ein reines Lippenbekenntnisse ohne Taten. Dem kann ich auch gut folgen, aber dennoch ärgert mich die Einstellung dieser (verwöhnten) Winzerssöhne.
Denn:
Wie sähe die Ernte im Weinberg wohl aus, wenn die Söhne des Winzers, der sicherlich in diesem Fall auf ihre Hilfe angewiesen ist, ihn so, wie beschrieben, hängen lassen? Klar, der zweite Sohn hat noch die Kurve bekommen und hat seine Arbeit im Weinberg aufgenommen. Aber es klingt für mich nicht so, als wäre er furchtbar gerne gegangen …Ob der Vater ihn nach seiner ersten Absage wohl gerne nochmal fragt? Den anderen, der erst zusagt, dann aber doch lieber seiner Wege geht, bestimmt nicht. Ich befürchte, dieser Weinberg wird wohl nicht die beste und liebevollste Pflege erhalten.
Und wie sähe diese Einstellung in anderen Berufen aus? Nehmen wir doch mal die Feuerwehr …
Ein Haus brennt, es gilt, Vermisste zu retten. Doch die einzelnen Feuerwehrleute machen nur das, wozu sie gerade Lust haben. Einer lehnt ab, im Haus nach Überlebenden zu suchen, geht dann doch und keiner weiß, dass er drin ist – und der andere sagt zu, bricht aber dann ab. Man mag gar nicht über die Folgen nachdenken …
… oder ein Segelschiff:
Der Kapitän bittet seine Matrosen, die Segel zu hissen und die Dinge zu tun, die Seeleute tun müssen, damit das Segelschiff Fahrt aufnimmt. Ich denke, ich brauche die Situation gar nicht weiter auszuführen. Es ist so schon klar, dass das schief geht und das Schiff, wenn es nicht irgendwann kentert, bei dieser Arbeitseinstellung ganz bestimmt sein Ziel nicht erreicht.
Da kann man sich doch nur die Haare raufen! Sicher, besser spät als nie! Doch wieviel Enttäuschung würde man einem Vater/Einsatzleiter/Kapitän ersparen, wenn man signalisiert: Ich mache meine Arbeit mit Freude.
Ich bin überzeugt, dass sich diese Einstellung auch für einen selbst lohnt und das eigene Leben bereichert.
(eine kleine Bemerkung am Rande: mir fällt auf, dass wie so oft nur von Vätern und Söhnen die Rede ist. Spontan fällt mir nur eine Frau im Neuen Testament ein, die um etwas gebeten wurde, und die hat überhaupt nicht gezögert, sondern aus vollem Herzen JA! gesagt …)
Daniela Standard













