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Herzlich willkommen auf den Seiten der Pfarrei Heilige Edith Stein

Stürmische Zeiten ...

brechende Welle im Meer

Irgendwie ist sie doch spannend, diese sicherlich sehr bekannte Geschichte vom Gehen über das Wasser. Klar, Jesus traut man alles zu, aber dass auch Petrus das kann, ist schon bemerkenswert. Allerdings hat Petrus das Problem, dass er es nur ein paar Schritte lang kann – dann geht er unter. Und zwar genau deshalb, weil er Angst bekommt. Genau deshalb, weil er plötzlich Jesus nicht mehr im Blick hat und sich ablenken lässt von dem ganzen „Drumherum“: den Wellen, dem Sturm, den Dingen eben, die Angst machen. Solange Petrus Jesus im Blick behält, ist alles gut. Aber als er dann woanders hinschaut, geht es schief. Doch zum Glück ist der Herr sofort da und hilft, begleitet ihn sogar zurück ins Boot.

Ursprünglich ist dieser Text für eine junge Christengemeinde in der Frühzeit der Kirche geschrieben worden. Damals war die Situation sehr hart. Die Gemeinde fühlte sich allein gelassen im Sturm der Zeit, in der die Juden sie als Abtrünnige behandelt und die Griechen sie nicht ernstgenommen hatten. Matthäus versucht, ihnen Mut zu machen, bei soviel Gegenwind den Glauben und die Motivation nicht zu verlieren. Er erzählt ihnen von diesem Jesus, der den sinkenden Petrus rettet und ihn nicht nur zurück ins Boot bringt, sondern sogar mit ihm zusammen einsteigt.

Was für ein tolles Gottesbild zeichnet Matthäus hier. Er erzählt von einem Gott, der SOFORT die Hand ausstreckt. Der SOFORT eingreift, damit Petrus nicht ertrinkt. Der nicht beleidigt ist, weil Petrus ihn aus dem Blick verloren hat, sondern trotzdem für ihn da ist. Matthäus erzählt von einem Gott, bei dem wir Hilfe suchen dürfen, der mit in unser Boot steigt, damit die Stürme um uns herum uns nicht brechen.

Diese wirklich frohe Botschaft des Matthäus ist gerichtet an eine junge Christengemeinde, die noch etwas lernen soll. Nämlich diesen Jesus immer im Blick zu behalten und sich nicht immer nur mit den (sicherlich auch wichtigen) Dingen drumherum zu beschäftigen, die einem gerade Angst machen. Matthäus schreibt an eine Gemeinde, die lernen soll, Seine Hand zu ergreifen, wenn es eng wird. Die lernen soll, einen Platz für Ihn freizuhalten in ihrem Boot, damit er auch wirklich bei ihr sein kann. Eine Gemeinde, die lernen soll zu vertrauen.

Irgendwie kommt mir das gerade sehr bekannt vor, wenn ich so auf unsere Gemeinde schaue, auf all die Herausforderungen, die die Zeit ihr bietet, den Sturm, der beutelt, die Wellen, die es schwer machen, sicheren Stand zu bewahren. Die Enttäuschungen, die viele spüren, wenn sie auf das Bistum und den Umgang mit unserer Situation schauen, die Personalsituation, die einem das Wasser bis zu Hals steigen lässt. Die Anforderungen, die an Menschen gestellt werden, die sich ehrenamtlich engagieren …

Ja, auch heute, oder vielleicht gerade heute ist es vielleicht wichtig zu erkennen, dass – egal wie das Wetter gerade ist – Jesus mit im Boot ist. Weil nur dann Zukunft möglich ist.

Vielleicht sollten wir uns nicht ablenken lassen von unserer Enttäuschung und Frustration, die wir ja durchaus berechtigt fühlen, sondern in all unserem Engagement nicht denjenigen aus dem Blick verlieren, um den es wirklich geht und für den wir uns einsetzen. Der immer seine Hand ausstreckt, um uns nicht versinken zu lassen – und dessen Liebe und Wertschätzung und Hilfe uns vor dem Versinken in all das Ungute, das vom Wesentlichen ablenkt, bewahrt.

Denn genau darauf dürfen wir fest vertrauen.

Daniela Standard