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Herzlich willkommen auf den Seiten der Pfarrei Heilige Edith Stein

Chapeau!

Eine Frau faltet die Hände zum Gebet und berührt sie andächtig mit dem Mund, im Hintergrund geht die Sonne unter

Heute habe ich aus einer „Kindermundrubrik“ folgende vergnügliche Anekdote entdeckt:

So schreibt die kleine Viola:

„Lieber Jesus, ich glaube, dass es sehr schwer ist, alle Menschen auf der Welt immer lieb zu haben. In unserer Familie sind wir zu viert – und ich schaffe das schon nicht immer …“

 

Erkennt sich da irgendjemand wieder …???? Inzwischen (im reiferen Alter) ist mir klar, dass ich unterscheide zwischen „lieb oder nicht lieb haben“ und sich über jemanden ärgern oder böse mit jemandem zu sein. Gerade die Menschen, die ich am meisten lieb habe, können aus den unterschiedlichsten Gründen die größten Emotionen in mir hervorrufen. Aber ich bin ehrlich – ich musste diesen Unterschied erst lernen. Als Kind oder vielleicht auch als junge/r Erwachsene/r gelingt diese Einsicht nicht immer.

Auch Jesus musste lernen. Das heutige Evangelium zeigt, dass er sich zunächst nur für „sein“ Volk Israel zuständig fühlte. Was ging ihn diese Frau an, die so penetrant hinter ihm und den Jüngern herlief und immer und immer wieder um Hilfe für ihre Tochter flehte. Jesus erteilt ihr eine recht grobe Absage, vergleicht sie mit einem Hund (wie frech!). Doch zum Glück ist diese namenlose Frau nicht auf den Mund gefallen. Ihre Liebe zu ihrer Tochter, ihre Verzweiflung über deren Qual lässt sie mutig und schlagfertig werden. Sie kontert geschickt, wehrt den Vergleich nicht ab, sondern spiegelt die Situation (auch die Hunde bekommen die Krümel, die unter den Tisch fallen) so dass sie Jesus schließlich überzeugen kann und er entdeckt, dass seinem Volk nichts fehlen wird, wenn er seine Güte, seine Gunst, letztendlich seine Liebe ausweitet auf alle Menschen, die ihn brauchen.

Ich muss gestehen, dass diese namenlose Frau – wie so viele namenlose Frauen in der Bibel -  für mich ein richtiges Vorbild ist: wegen ihrer Hartnäckigkeit, ihres Kampfgeistes für die gerechte Sache, ihrer Schlagfertigkeit gegenüber Jesus, der sie alles andere als freundlich behandelt und letztendlich wegen ihres nicht zu erschütternden Glaubens, durch den sie sich nicht hat entmutigen lassen. CHAPEAU, namenlose Frau aus Kanaan!