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Herzlich willkommen auf den Seiten der Pfarrei Heilige Edith Stein

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ...

Feuerwerk

 ... Es ist noch ganz jung, dieses neue Jahr 2026. Gerade mal ein paar Tage. Und ich frage mich, was es wohl so bringen mag. Wünsche habe ich genug, ganz obenan stehen Gesundheit und Frieden für die Welt. Und dann sind da noch die kleinen Wünsche und Hoffnungen, mit denen ich jedes Jahr neu starte, gespannt, was sich wohl davon erfüllt (und wie) und was nicht. Und was wohl noch so alles passiert, an das ich jetzt noch gar nicht denken kann. Und wenn ich so darüber nachdenke, dann empfinde ich es fast schon magisch, immer wieder neu in ein Jahr zu starten, ohne zu wissen, was kommt, einzutauchen in das Weltgeschehen, das ich nur zu einem äußerst geringen Teil selbst beeinflussen kann (zum Glück), um letztendlich zurückzublicken auf das ehemalige neue Jahr, nur um wieder neu durchzustarten.

Dabei fällt mir das Gedicht "Stufen" von Hermann Hesse ein, das er im Mai 1941 nach überstandener langer Krankheit schrieb. So beschreibt er die Lebensabschnitte eines Menschen wie eine Stufe. Zeitlich begrenzt, wichtig zum Weiterkommen, aber es ist genauso wichtig, die jeweilige Stufe wieder zu verlassen, damit man die neue Stufe betreten und damit wieder einen Neubeginn wagen kann. Festhalten an den alten "Stufen" führt zum Stillstand und zur Lähmung, die nächste Stufe hingegen führt empor und weiter ins Leben hinein. So ist sogar der Tod vielleicht auch nur der Abschied von einer Entwicklungsstufe zur nächsten.

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Ich wünsche Ihnen allen von ganzem Herzen, dass Sie den Zauber des Neubeginns auch in diesem Jahr spüren können und sich auf das, was das neue Jahr bringt, einlassen können.

Dazu wünsche ich auch im Namen unserer Koordinatorin der Seelsorge, Vera Schulz, und allen haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Gesundheit, Frohsinn und Gottes reichen Segen.

Herzlich, Ihre Daniela Standard